Zweifeln erlaubt

Wir sind ja alle angeblich Beziehungsunfähig. Alles Quatsch. Bindungsängste gab es früher genauso viele wie heute. Früher hat man die nicht so breit getreten. Da war das gesellschaftliche Korsett noch enger geschnürt. Es war gesellschaftlich nicht anerkannt über seine Ängste zu sprechen. Jetzt kommen Bücher raus die angeblich das aussprechen was wir denken und unsere Beziehungsunfähigkeit auf die „zu viel Auswahl“ zurück führen usw.

Natürlich können wir uns heutzutage meist sehr gut allein versorgen. Wir können uns ernähren. Können uns meist allein eine Wohnung leisten usw. Also ist es nicht zwingend notwendig einen Partner zu haben. Fakt ist aber das sich nach wie vor jeder einen Partner, am Besten fürs Leben, wünscht. Das werden wir so schnell auch nicht ändern können. Das macht uns Menschen eben aus. Jetzt muss man die Enden nur zusammenbringen. Das Wirrwarr im Kopf. Also wir wollen einen Partner. Der Partner soll aber perfekt sein weil wir sonst ja schon Ersatz an der nächsten Ecke sehen. Unser eigentliches Problem ist das wir Angst haben vor dem Zweifel. Wir zweifeln entweder schon am Anfang ob es der Richtige Partner ist, spielen alle möglichen Szenarien durch warum es nicht passt. Oder der Zweifel kommt etwas später. Aber er kommt. Und zwar immer. Und jetzt verrat ich euch was. Das ist normal! Man hat früher gezweifelt und heute auch. 1960 genauso wie 2016. Früher hat man den Zweifel aber nicht so ernst genommen. Man hatte keine Angst davor zu zweifeln und es hat einem auf Dauer keine Kopfschmerzen bereitet oder gar zu Veränderungen gezwungen. Ca. 50% Zweifeln an Ihren eigenen Gefühlen ab und zu bis häufig zu Ihrem Partner. Genauso zweifeln 50% in festen Partnerschaften ab und zu bis häufig an den Gefühlen Ihres Partners zu sich selbst. Für rund ⅓ gehören Phasen der Einsamkeit in der eigenen Partnerschaft dazu genauso wie längere Phasen ohne Sex für ca. 60% normal sind. Es ist also ganz normal zu zweifeln oder ab und an in der Partnerschaft Zeiten zu durchleben die nichts mit dem Hollywood Bild zu tun haben was uns eingebläut wird. Warum machen wir das? Weil wir uns über die Monate und Jahre eben weiterentwickeln und ab und an bilanzieren. Investiert der Partner genauso viel wie ich in die Partnerschaft? Man zieht ab und an Bilanz. Ist diese gefühlt unausgewogen fängt man an zu zweifeln. Hat man hier Geduld und schmeißt nicht gleich hin gleicht sich das auf lange Sicht wieder aus. Das würde auch mit einem anderen Partner passieren. Wenn man mehr als 10 Jahre in der Partnerschaft ist dann nehmen die Trennungsgedanken kontinuierlich ab. Diese Zweifel oder Trennungsgedanken werden übrigens auch nicht von der Ehe oder Kindern beeinflusst. Zu mir hat mal jemand gesagt: „Such dir einfach einen aus der dich am wenigsten nervt.“ Die Person hat das witzig gemeint. Aber hey am Ende ist da was dran.

Früher hat man den Schritt in die Ehe (Partnerschaft ohne Trauschein war da ja noch nicht so gern gesehen) gewagt und dann ist man an der Partnerschaft und an seinem Partner gewachsen und hat Erfahrungen gesammelt. Heute versuchen wir bevor wir uns festlegen und den Schritt wagen schon zu wachsen und erst wenn wir uns selbst gefunden haben und stabil sind wollen wir Ja sagen zu dem/einem Partner. Das geht doch garnicht! Wir benötigen doch immer eine andere Person also den Partner mit dem man seine Persönlichkeit zum entfalten/wachsen bringen kann. Wenn ich nicht weiß wie sich kalt anfühlt dann werde ich warm immer als das Maß der Dinge hinnehmen. Ich weiß es ja nicht besser. Nur in Wechselwirkung kann ich selbst wachsen. Nur wenn ich den Basketball in die Hand nehme und spiele kann ich irgendwann gut darin werden. Man muss es also machen. Die Gefahr ist einfach zu groß das man den Moment verpasst und mit 50 alleine dasteht und immer noch glaubt man ist Beziehungsunfähig. Wir sind nicht Beziehungsunfähig. Überhaupt nicht. Wir nehmen die Zweifel einfach zu ernst und diese Aufmerksamkeit haben die Zweifel garnicht verdient.

Quelle: ElitePartner Studien

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